Neue Locky-Variante mit .aesir-Endung aufgetaucht

Neue Locky-Variante mit .aesir-Endung aufgetaucht

Eine neue Variante des Verschlüsselungstrojaners Locky ist laut den Experten von Bleepingcomputer.com unterwegs und verschlüsselt die betroffenen Benutzerdateien mit der Endung .aesir

Verschlüsselte Dateien mit .aesir-Erweiterung (Bild: bleepingcomputer.com)

Verschlüsselte Dateien mit .aesir-Erweiterung (Bild: bleepingcomputer.com)

Die neue Variante von Locky greift auf ein bewährtes Verfahren zurück - wird der Schadcode ausgeführt, so verschlüsselt der Trojaner die Dateien, auf die der Benutzer Zugriff hat und zeigt eine Aufforderung zur Lösegeldzahlung an. Da es für diese Variante kein Entschlüsselungstool gibt, ist die Gefahr erneut als sehr hoch anzusehen.

Laut Meldungen von Bleepingcomputer.com kommt die neue Variante hauptsächlich als gefälschte Mails von Providern daher und informiert den Benutzer darüber, dass über den eigenen PC illegal Spam-Mails versendet wurden. Im Anhang befindet sich eine Zip-Datei mit einer ausführbaren Javascript-Datei, welche die Infektion  auslöst.

Betroffene Benutzer sollten unter keinen Umstellen den Anhang öffnen, auch wenn die Mail täuschend echt aussehen sollten. Im Zweifelsfall können Sie uns gerne kontaktieren, wir analysieren die Mails für Sie und lassen Sie wissen, ob es sich hier um legitime Nachrichten ihres Providers handelt oder nicht.

Parallel wird die neue Variante auch über gekaperte Accounts im Facebook-Chat an die eigenen Kontakte versendet. Bei dieser Infektionsvariante wird eine SVG versendet, die einen Verweis auf verseuchte Webseiten enthalten. Besucht man die Webseite, infiziert man sich über diesen Weg.

Weitere Informationen gibt es bei Bleepingcomputer.com

Ransomware: KeRanger für MacOS macht die Runde

Der Verschlüsselungstrojaner KeRanger funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie Ransom.32, Locky und Andere Ransomware tut, zielt aber auf Mac-Systeme ab.

Mac-Benutzer im Ziel von Erpressern

Mac-Benutzer im Ziel von Erpressern

Sind Windows-Systeme und Benutzer es mittlerweile gewohnt, als Zielscheibe der Malware-Entwickler zu stehen, so kommen Mac-Benutzer meist mit einem blauen Auge davon. Mit KeRanger hält nun erstmals eine funktionierende Ransomware, also eine Software, die den betroffenen Anwender erpresst, Einzug ins MacOS-Umfeld.

Der Trohaner  verhält sich dabei wie alle anderen Erpressungstrojaner, die man von Windows kennt. Er verteilte sich über ein manipuliertes Paket des Bit-Torrent Clients Transmission und schlug nach drei Tagen auf dem infizierten System zu und verschlüsselt die Dateien des Benutzers, auch Timemachine-Backups werden hier in Mitleidenschaft gezogen, sofern das Backup-Ziel (z.B. USB-Platte oder Netzwerk-Share) erreichbar ist.

Heise hat in seinem Artikel beschrieben, wie man sich vor KeRanger schützen und ihn entfernen kann.

Ransom32 – Javascript Ransomware als SaaS

Ransom32 – Javascript Ransomware als SaaS

Das Jahr fängt an und hat direkt eine sehr ernstzunehmende Bedrohung mit im Gepäck: Ransom32, eine Javascript Ransomware.

Ransom32 Ransomware: Erpresserbildschirm

Ransom32 Ransomware: Erpresserbildschirm

Ransomware ist nichts Neues, Schadhafter Code, der Benutzerdaten unnutzbar macht und den Anwender erpresst, möchte dieser seine Daten wieder verwenden wollen - wie dies im Detail geschieht und ob die Daten wieder freigegeben werden, das unterscheidet sich von Fall zu Fall.

Ransom32

Im Falle von Ransom32 werden Daten verschlüsstelt (dies schliesst auch verbundene Backuplaufwerke/Netzlaufwerke ein) und dem Benutzer eine Aufforderung zur Zahlung per Bitcoin gestellt. Damit der Benutzer überprüfen kann, dass seine Daten bei Zahlung tatsächlich wiederherstellbar sind, bietet Ransom32 eine Testfunktion an und bietet die Möglichkeit eine einzelene Datei wiederherzustellen, ebenfalls wird dem Benutzer schön erklärt, wie er an Bitcoins kommt, damit er die Zahlung tätigen kann. Nette Hilfen, für einen bösen Schaden, denn Ransom32 verschlüsselt alles was er finden kann, sofern es eine der folgenden Endungen besitzt:

*.jpg, *.jpeg, *.raw, *.tif, *.gif, *.png, *.bmp, *.3dm, *.max, *.accdb, *.db, *.dbf, *.mdb, *.pdb, *.sql, *.*sav*, *.*spv*, *.*grle*, *.*mlx*, *.*sv5*, *.*game*, *.*slot*, *.dwg, *.dxf, *.c, *.cpp, *.cs, *.h, *.php, *.asp, *.rb, *.java, *.jar, *.class, *.aaf, *.aep, *.aepx, *.plb, *.prel, *.prproj, *.aet, *.ppj, *.psd, *.indd, *.indl, *.indt, *.indb, *.inx, *.idml, *.pmd, *.xqx, *.xqx, *.ai, *.eps, *.ps, *.svg, *.swf, *.fla, *.as3, *.as, *.txt, *.doc, *.dot, *.docx, *.docm, *.dotx, *.dotm, *.docb, *.rtf, *.wpd, *.wps, *.msg, *.pdf, *.xls, *.xlt, *.xlm, *.xlsx, *.xlsm, *.xltx, *.xltm, *.xlsb, *.xla, *.xlam, *.xll, *.xlw, *.ppt, *.pot, *.pps, *.pptx, *.pptm, *.potx, *.potm, *.ppam, *.ppsx, *.ppsm, *.sldx, *.sldm, *.wav, *.mp3, *.aif, *.iff, *.m3u, *.m4u, *.mid, *.mpa, *.wma, *.ra, *.avi, *.mov, *.mp4, *.3gp, *.mpeg, *.3g2, *.asf, *.asx, *.flv, *.mpg, *.wmv, *.vob, *.m3u8, *.csv, *.efx, *.sdf, *.vcf, *.xml, *.ses, *.dat

und sich nicht in einem der folgenden Verzeichnisse befindet:

  • :\windows\
  • :\winnt\
  • programdata\
  • boot\
  • temp\
  • tmp\
  • $recycle.bin\

Problematik

Ransom32 baut auf dem Java Framework NW.js auf und nutzt somit erstmal ein Framework, welches von Sicherheitssoftware als nicht gefährlich eingestuft wird. Durch die Nutzung von NW.js wird Ransom32, zumindest in der Theorie, zu einem Multi-Plattform-Problem, auch wenn er bisher nur für Windows im Umlauf ist, so besteht doch die Möglichkeit, dass er für Linux und MacOS entsprechend angepasst wird und ausführbar ist. NW.js bietet ähnlich tiefe Zugriffe ins Betriebssystem, wie es zum Beispiel C++ tut.

Software as a Service

Problematisch ist die Gestaltung des Trojaners, denn er kommt als quasi "Software as a Service" und kann vom "Anwender" angepasst werden, so lässt sich die Bitcoin-Adresse frei setzen, das Verhalten der Warnmeldung und viele weitere Faktoren, bevor der Trojaner auf sein Opfer losgelassen wird, der sich auf dem infizierten System fortan als Chrome Browser ausgiebt und über einen angepassten Tor-Browser den Zugang zu seinem Webservice herstellt und über diesen die Verschlüsselungsparameter und die notwendigen Keys austauscht.

Erkennung

Nachdem die AV-Hersteller lange gebraucht haben, erkennen die Meisten nun Ransom32 und bieten auf den Systemen einen ausreichenden Schutz. Stellen Sie sicher, dass Sie eine passende Lösung installiert haben und diese auf dem aktuellen Stand ist. Welche Hersteller Ransom32 bereits erkennen, können Sie auf Virustotal.com testen, dort werden alle 24 Stunden 55 unterschiedliche Virenscanner getestet.

Informationen zum OpenSSL Heartbleed Bug

heartbleedEin schwerwiegender Fehler in der OpenSource Bibliothek OpenSSL gefährdet die Sicherheit vieler weltweiter Systeme und kann dem Angreifer Zugriff auf Systemdaten, inklusive der privaten Schlüssel von SSL Zertifikaten erlauben.

Wer ist betroffen?

OpenSSL wird als Bibliothek auf vielen Systemen weltweit eingesetzt und ist die Standardimplementation bei Webservern wie Apache und nginx, welche laut Netcraft-Report auf aktuell knapp 70% der weltweiten Systeme eingesetzt werden. Allerdings sind nicht nur Webserver betroffen, sonder auch VPN Verbindungen, Instant Messaging oder E-Mail Server. Betroffen sind die Versionen 1.0.1 bis 1.0.1f von OpenSSL. Ältere Versionen, sowie die weitverbreitete Version 0.9.8 sind nicht betroffen.

Was bedeutet der Bug?

Der Heartbleed Bug zielt auf den Heartbeat ab, welcher sicherstellt, dass die verschlüsselte Verbindung noch aktiv ist. Zu diesem Zwecke werden Statusinformationen ausgetauscht, die bidirektional überprüfen ob der entsprechende Kommunikationspartner noch Teil der Verbindung ist. Über diesen Heartbeat können aufgrund des Bugs allerdings Systemdaten ausgelesen werden, mit einer maximalen Größe von bis zu 64kb pro Verbindung. Man konnte auf diese Weise an Benutzernamen, Passwörter, sowie private Schlüssel (ist der private Schlüssel eines Zertifikates bekannt, kann die Verbindung entschlüsselt werden) oder Inhalte aus der verschlüsselten Kommunikation allgemein gelangen.

Die Angriffe konnten aufgrund des Bugs ohne zusätzliche Rechte durchgeführt werden und sind als höchst kritisch einzustufen, da ein kompromittierter privater Schlüssel die Verschlüsselung faktisch nutzlos macht. Ist man in Besitz des privaten Schlüssels, kann man sich als Zielserver ausgeben und mit einem eigenen Server im Kommunikationsweg selbst die Daten abfangen und entschlüsseln.

Ist der Heartbleed Bug nur ein Problem für SSL und Zertifikate?

Der Bug betrifft nicht nur Zertifikate, diese sind zwar betroffen, weil sie kompromittiert werden können, die wirkliche Problematik liegt aber beim Abfluss von System- und Benutzerdaten. Ist ein System vom Bug betroffen können Benutzer und Passwortkombinationen recht einfach ausgelesen werden. Ist also ein Dienst, den man nutzt, Opfer des Bugs, besteht die Möglichkeit, dass die eigenen Benutzerdaten einem Angreifer bekannt geworden sind. Ein umgehender Passwortwechsel ist daher angeraten! Betrachten wir in diesem Zusammenhang die Anzahl der potenziell betroffenen Systeme, so liegen wir in einem hohen Millionenbereich. Verrechnet man diese Anzahl mit Benutzern die für unterschiedliche Dienste die gleiche Benutzer/Passwort-Kombination nutzen, so dürfte sich die Zahl vervielfachen!

Was sollte man als Betroffener tun?

Patchen Sie ihr System! OpenSSL steht seit dem 8. Januar in Version 1.0.1g zur Verfügung und ist in den meisten Systemen über die Paketverwaltung der Distribution bereits verfügbar. Erst nachdem das System auf dem aktuellen Stand ist, sollte ein neuer privater Schlüssel erstellt und das Zertifikat ausgetauscht werden! Ein Austausch empfiehlt sich dringend, da nicht nachweisbar ist ob der eigene Schlüssel bereits ausgelesen wurde, denn die Ausnutzung des Bugs hinterlässt keinerlei Spuren auf dem System.

Wir empfehlen daher allen bisherigen Nutzern einer OpenSSL Version zwischen 1.0.1 und 1.0.1f dringend zur Erstellung neuer Schlüssel und dem damit einhergehenden Austausch der Zertifikate!

Noch wichtiger ist die Änderung aller Passwörter bei genutzen Diensten, angefangen bei den kritischen wie primäres Mailkonto und allen Diensten, auf denen Geldbeträge abfließen können (Amazon, eBay, PayPal uws.). Sofern verfügbar sollte man eine Zwei-Faktor-Authentifizierung beim genutzten Dienst aktivieren (Google, Microsoft, PayPal und viele mehr bieten es bereits lange Zeit an). Nutzen Sie unterschiedliche Passwörter für unterschiedliche Dienste, es ist besser sich diese zu notieren, als aus Bequemlichkeit das gleiche Passwort bei 20 Diensten zu nutzen, denn ist eines befallen, öffnet dies Tür und Tor zu den anderen!

Wo kann ich weitergehende Informationen zum Heartbleed Bug erhalten?

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